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Stellen wir uns eine typische Situation im Produktteam vor: Das Research-Team hat drei Wochen lang Nutzerinterviews gefĂĽhrt. Alles ist sauber aufbereitet, die Personas hängen an der Wand, die Pain Points sind klar dokumentiert. Dann schickt jemand eine Slack-Nachricht:Â
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„Wer hat Ideen fĂĽr den neuen Buchungs-Flow?"Â
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Es folgen zwei Wochen asynchrone Diskussionen, drei Meetings ohne Ergebnis und ein Figma-File, in das genau eine Person Screens geworfen hat (ohne dass der Rest des Teams weiss, warum).
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Genau diese Lücke zwischen Research-Erkenntnissen und ersten Lösungsansätzen schliesst ein Design Studio Workshop. Das Format bringt ein interdisziplinäres Team zusammen, um unter Zeitdruck gemeinsam zu skizzieren, Ideen zu präsentieren und konstruktiv zu kritisieren. Ein Design Studio ist eines der 5 wichtigsten UX-Workshop-Formate, in dem divergentes und konvergentes Denken verbunden werden: Es ermöglicht Teams, in kurzer Zeit eine breite Palette von Ideen zu erkunden und gleichzeitig eine gemeinsame Vision zu entwickeln.
Das Wichtigste auf einen Blick
FĂĽr alle, die wenig Zeit haben, hier die Kernpunkte:
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- Divergent trifft konvergent - Design Studio Workshops verbinden schnelles Sketching (viele Ideen generieren) mit strukturierter Critique (die stärksten Ideen filtern) in einer kompakten Session.
- Klar definiertes Problem als Voraussetzung - Das Format entfaltet seine Wirkung, wenn ein gemeinsames Problemverständnis vorliegt und ein interdisziplinäres Team schnell zu Lösungsansätzen kommen muss.
- Kein Zeichentalent nötig - Jede Person im Raum kann mitmachen. Rechtecke, Pfeile und Linien reichen aus. Was zählt, ist die Fähigkeit, eine Idee visuell zu kommunizieren.
- Direkt anschlussfähig - Der Design Studio Workshop dockt nahtlos an den Empathy Workshop (als Input-Geber) und an Critique-Sessions (als Output-Abnehmer) an.
Ergebnis: priorisierte Skizzen, kein finales Design - Das Ergebnis ist bewusst kein fertiger Screen. Es ist eine priorisierte Sammlung von Skizzen, die als Grundlage für den nächsten Prototyping-Sprint dient.
Was ist ein Design Studio Workshop?
Die Design Studio Method ist ein kollaborativer Sketching-Workshop, in dem interdisziplinäre Teammitglieder in schnellen, gestoppten Runden Designlösungen generieren, präsentieren, kritisieren und iterieren. Im Kern geht es darum, in mehreren kurzen Iterationen drei Aktivitäten zu wiederholen: Skizzieren, Präsentieren und Kritisieren. Das Ziel ist eine breite Bandbreite an Ideen plus eine gemeinsam priorisierte Richtung, mit der das Team nach dem Workshop weiterarbeiten kann.
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Was unterscheidet das Format von einem normalen Brainstorming? Beim klassischen Brainstorming rufen Teilnehmende Ideen in den Raum, jemand schreibt sie auf Post-its, und am Ende hängen 50 gelbe Zettel an der Wand, ohne dass klar ist, was davon wie umgesetzt werden könnte. Design Studios kombinieren Ideation und Design Critique mit Priorisierung in einer komprimierten Session und produzieren sichtbare, diskutierbare Artefakte.
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Die Methode hat ihre Wurzeln in der architektonischen Designausbildung, wo studiobasierte Critique-Sessions seit über einem Jahrhundert zur pädagogischen Kernpraxis gehören. Die Adaption für UX und Produktdesign wurde von Todd Zaki Warfel populär gemacht, der die Methode 2009 in seinem Buch formalisierte. Als Agile- und Lean-UX-Praktiken in den 2010er-Jahren an Verbreitung gewannen, wurde das Design Studio zu einem Standard-Workshop-Format, weil es sich mit den Prinzipien iterativer Entwicklung und crossfunktionaler Zusammenarbeit deckte.
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Im UX-Workshop-Hub ordnen wir das Format als natürlichen Nachfolger des Empathy Workshops ein: Erst das Nutzerverständnis schärfen, dann Lösungen generieren.
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Was die praktischen Rahmenbedingungen betrifft: Wir empfehlen eine diverse Gruppe von maximal 7 Personen. Am besten genau die Leute, die auch nach dem Design Studio an der Lösung weiterarbeiten werden. In der Praxis funktionieren Gruppen von 4 bis 8 Personen am besten. Der zeitliche Rahmen ist flexibel und kann von einer kompakten 60-Minuten-Session für ein eingegrenztes Problem bis hin zu mehreren Stunden für komplexere Fragestellungen dauern. Entscheidender als die exakte Dauer ist die interdisziplinäre Besetzung: Design, Entwicklung, Product Management und gegebenenfalls ein Stakeholder aus dem Business-Umfeld sollten am Tisch sitzen.
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Wann ist der richtige Zeitpunkt fĂĽr einen Design Studio Workshop?
Ein Design Studio Workshop setzt eine klar formulierte Designherausforderung voraus. Man muss mit einem gut definierten Problem starten. Wenn das Problem, das man zu lösen versucht, „Traffic erhöhen" oder „mehr zahlende Kunden gewinnen" lautet, wird das Team ungeachtet seiner Kompetenz keine klare, testbare Lösung entwickeln.Â
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Konkrete Triggerpunkte, die signalisieren, dass ein Design Studio Workshop der richtige nächste Schritt ist:
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- Nach dem Empathy Workshop - Wenn Nutzerinsights und Personas vorliegen, aber noch keine Lösungsideen existieren.
- Am Beginn eines neuen Feature-Sprints - Wenn das Team sich auf einen Lösungsweg einigen muss, bevor die erste Zeile Code geschrieben wird.
- Bei festgefahrenen Diskussionen - Wenn seit Wochen über Lösungsansätze debattiert wird, ohne dass jemand etwas Konkretes zeigen kann.
- Beim Redesign einer zentralen User Journey - Wenn bestehende Flows nicht mehr funktionieren und das Team gemeinsam eine neue Richtung finden muss.
Der rote Faden im UX-Workshop-Hub sieht so aus:Â
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Der Discovery Workshop klärt das „Was ist das Problem?".Â
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Der Empathy Workshop klärt das „FĂĽr wen lösen wir es?".Â
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Der Design Studio Workshop klärt das „Wie könnte eine Lösung aussehen?".Â
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Und eine anschliessende Critique-Session filtert das „Welche Richtung verfolgen wir weiter?".
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Um die Frage „Welches Format passt wann?" greifbar zu machen, hier ein Vergleich der drei häufig verwechselten Formate:

Wenn man eine gute Vorstellung vom Problem hat und viele Lösungen visualisieren möchte, während man auf den Ideen der anderen aufbaut, ist ein Design Studio die richtige Wahl. Wenn man dagegen mit Schwung starten, das Team zusammenbringen und eine neue Idee schnell validieren will, ist ein Design Sprint das passende Format.
Der Ablauf eines Design Studio Workshops
Das Format folgt einer klaren Drei-Phasen-Logik, die in mehreren Runden wiederholt wird: Sketch, Pitch, Critique. Die spezifischen Methoden innerhalb eines Design Studios können variieren, aber der Workshop selbst folgt einem gemeinsamen Rahmen aus übergeordneten Segmenten. Bevor die erste Runde startet, braucht es allerdings eine saubere Vorbereitung.
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Vorbereitung: Die How-Might-We-Frage als Startpunkt
Das Team muss sich auf das zu lösende Problem einigen und eine klare Challenge-Formulierung erarbeiten, zum Beispiel: „Wie könnten wir der Nutzergruppe X helfen, Aufgabe Y auf einfache und effiziente Weise zu erledigen, um das gewünschte Ergebnis Z zu erreichen?" Materialien für den Workshop: Papier (am besten A4 oder A3), dicke Stifte, Klebepunkte für Dot-Voting. Bei Remote-Sessions ersetzen Miro oder Mural das physische Whiteboard.
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Phase 1 - Sketch (Skizzieren)
Jede Person skizziert individuell Lösungen zum Problem innerhalb einer Timebox von circa 5 Minuten. Dabei ist wichtig, dass die Skizzen schnell und grob sind, denn wer zu viel Zeit bekommt, verliert sich in unnötigen Details.
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Warum individuelles Arbeiten? Weil es Groupthink verhindert. Wenn alle gleichzeitig und fĂĽr sich skizzieren, kommen auch die leisen Stimmen im Team zum Zug. Die Person aus der Entwicklung hat vielleicht eine ganz andere Perspektive als die Designerin und genau diese Vielfalt ist das Salz in der Suppe. Die nutzerfreundlichsten Ideen können auch mal vom Dev statt vom UX Designer kommen.Â
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Zeichnen ist beim Sketchen ein Kommunikationsmittel, keine künstlerische Leistung. Rechtecke für Screens, Linien für Trennungen, Pfeile für Flows. Das reicht. Wer sich mit einem Strichmännchen wohler fühlt als mit einem UI-Element, soll ein Strichmännchen zeichnen.
Phase 2 - Pitch (Präsentieren)
Im dritten Schritt präsentiert jede Person ihr Design. Dabei funktionieren 2 bis 3 Minuten pro Pitch gut. Das ist lang genug, um die Kernidee zu erklären und trotzdem kurz genug, um keine Monologe zuzulassen.
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Das Team hört zu und stellt Verständnisfragen. Noch keine Bewertung. Das ist zentral: Die Pitch-Phase dient dazu, alle Ideen sichtbar zu machen und eine gemeinsame Diskussionsbasis zu schaffen. Wer in dieser Phase schon urteilt, killt den offenen Ideenraum.
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Ein guter Pitch beantwortet drei Fragen: Was zeigt die Skizze? Welches Nutzerproblem adressiert sie? Wie löst sie die How-Might-We-Frage?
Phase 3 - Critique (Kritisieren und Priorisieren)
Es ist nur produktive Kritik erlaubt, die sich auf das Problem fokussiert, zum Beispiel: „Diese Lösung adressiert das Problem auf diese Weise, löst es hier aber nicht..." Das Feedback ist immer auf die Idee gerichtet, nie auf die Person. Konstruktiv heisst: Stärken benennen, Schwächen im Kontext der Nutzerbedürfnisse aufzeigen, Verbesserungsvorschläge machen.
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Zur gemeinsamen Priorisierung der stärksten Elemente bieten sich zwei bewährte Methoden an:
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- Dot-Voting - Jede Person bekommt 3 bis 5 Klebepunkte und verteilt sie auf die Ideen oder Elemente, die sie für am stärksten hält.
- $100-Test - Der $100-Test ermöglicht es Teilnehmenden, gemeinsam Wert auf gemeinsame Themen oder Konzepte zu verteilen und eine Dokumentation der Gruppenlogik zu erstellen. Die Verwendung des Konzepts eines Geldwerts löst ein höheres Maß an Engagement in der Diskussion aus.
Und dann kommt der entscheidende Moment: Die Iteration. Die drei Phasen werden typischerweise zwei bis drei Mal durchlaufen. Konzepte aus jeder Runde des Design Studios werden extrahiert, übernommen, rekombiniert und transformiert während mehrerer Iterationen. Jede Runde baut auf den Erkenntnissen der vorherigen auf, wodurch die Skizzen immer mehr an Fokus gewinnen, während die besten Ideen der Vorrunde durchs Finetuning laufen.
Erfolgsfaktoren und typische Fehler
Der Unterschied zwischen einem Design Studio Workshop, der echten Wert liefert, und einer frustrierenden Skizzierstunde liegt in der Vorbereitung und DurchfĂĽhrung.
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Die wichtigsten Erfolgsfaktoren:
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- Eine präparierte How-Might-We-Frage - Sie ist die wichtigste Vorbereitung. Zu breite Fragestellungen führen zu verwaschenem Output, zu enge lassen keinen Raum für kreative Lösungen. Die Frage sollte spezifisch genug sein, um den Lösungsraum einzugrenzen, aber offen genug, um verschiedene Ansätze zuzulassen.
- Timeboxing konsequent durchhalten - Die Zeitbegrenzung ist kein organisatorisches Detail. Sie ist ein kreativer Mechanismus. Zeitdruck zwingt dazu, den Kern einer Idee zu skizzieren, statt sich in Details zu verlieren. Wer die Timer ignoriert, verliert das Format.
- Die richtige Teilnehmerbesetzung - Interdisziplinär, aber überschaubar. Design, Entwicklung, Product Management und gegebenenfalls ein Stakeholder. Mehr als 8 Personen machen die Pitch- und Critique-Runden zu lang und die Dynamik träge.
Ein starker Facilitator - Ein effektives Design Studio erfordert einen vielseitigen UX-Facilitator, der sich wohlfühlt beim Leiten von Ideation-Aktivitäten, beim Führen von Design-Critique-Diskussionen und beim Einsatz von Priorisierungstechniken zum Aufbau von Konsens.
Die typischen Fehler:
- Zu wenig Problemkontext - Wenn die Teilnehmenden am Anfang nicht verstehen, fĂĽr wen und warum sie skizzieren, werden die Ergebnisse beliebig. Personas, Pain Points und die How-Might-We-Frage mĂĽssen vor dem Workshop klar kommuniziert werden.
- Sketching und Bewertung vermischen - In der Sketch-Phase wird nur skizziert, in der Critique-Phase wird nur bewertet. Wer beides gleichzeitig macht, bremst sowohl die Kreativität als auch die Qualität des Feedbacks.
- Fehlender Facilitator - Ohne eine Person, die den Prozess steuert, die Zeit hält und die Critique moderiert, driftet der Workshop ab.
Remote-Hinweis: Miro oder Mural funktionieren als digitale Whiteboard-Äquivalente. Eine Variante, die sich in Remote-Setups bewährt hat: Asynchrones Pre-Sketching, bei dem Teilnehmende ihre ersten Skizzen vor dem eigentlichen Workshop erstellen und die Live-Session dann mit dem Pitch startet.
Vom Workshop in den Sprint - was danach passiert
Ein Design Studio Workshop erzeugt “nur” Skizzen. Das ist Absicht, kein Mangel.
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Die konkreten nächsten Schritte nach dem Workshop:
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- Skizzen konsolidieren - Alle priorisierten Skizzen zusammenfĂĽhren, gemeinsame Muster und wiederkehrende Elemente identifizieren, EntscheidungsbegrĂĽndungen aus der Critique-Phase dokumentieren.
- Stärkste Ideen zum Wireframe verdichten - Die besten Elemente aus verschiedenen Skizzen zu einem zusammenhängenden Wireframe kombinieren. Das ist die Aufgabe des UX-Designers im Team, der die kollektive Intelligenz des Workshops in eine konkrete Designrichtung übersetzt.
- In den Prototyping-Sprint ĂĽberfĂĽhren - Der Wireframe bildet die Grundlage fĂĽr einen interaktiven Prototyp, der mit echten Nutzern getestet werden kann.
Eine bewährte Praxis: Direkt im Anschluss an den Design Studio Workshop eine kurze Critique-Runde einplanen, um die entstandenen Skizzen sofort zu filtern. So geht das Team nicht mit 30 losen Skizzen auseinander, sondern mit 3 bis 5 konsolidierten Richtungen.
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Wer noch tiefer in die Workshop-Formatwelt einsteigen möchte, findet alle fünf Formate im Übersichtsartikel zu UX-Workshops. Dort ist auch beschrieben, wie die einzelnen Formate ineinandergreifen - vom Discovery Workshop über den Empathy Workshop und das Design Studio bis zur abschliessenden Critique.
Fazit
Ein gut moderierter Design Studio Workshop ist kompakt genug, um in jeden Sprintzyklus zu passen, und strukturiert genug, um echte Ergebnisse zu liefern statt gut gemeinter Post-it-Sammlungen.
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Die nächsten Schritte, wenn das Format für euer Team interessant klingt:
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- How-Might-We-Frage formulieren - Was ist die konkrete Designherausforderung, die ihr lösen wollt? Schreibt sie in einem Satz auf.
- Interdisziplinäres Team zusammenstellen - 4 bis 8 Personen aus Design, Entwicklung, Product Management. Mindestens eine Person, die den Nutzerkontext aus erster Hand kennt.
- Ersten 60-Minuten-Workshop ansetzen - Klein anfangen. Eine Runde Sketch-Pitch-Critique reicht fĂĽr den Einstieg. Mit jeder Session wird das Team sicherer.
Wir bei brightside Studio helfen Produktteams dabei, den richtigen Workshop-Mix fĂĽr ihre aktuelle Projektphase zu finden - und moderieren neben Design Studios auch ganze Design Sprint Workshops.
Design Studio FAQ
Was ist ein Design Studio Workshop?
Ein Design Studio Workshop ist ein kollaboratives Ideation-Format, das drei Phasen in iterativen Zyklen verbindet: Sketch (individuelles Skizzieren unter Zeitdruck), Pitch (Ideen dem Team präsentieren) und Critique (konstruktives Feedback und Priorisierung). Es kombiniert divergentes und konvergentes Denken, um ein breites Set an Ideen zu erkunden und gleichzeitig eine gemeinsame Vision zu entwickeln. Im Gegensatz zum klassischen Brainstorming produziert ein Design Studio sichtbare, diskutierbare Artefakte statt abstrakter Wortideen.
Wer sollte an einem Design Studio Workshop teilnehmen?
Die ideale Gruppe besteht aus 4 bis 8 Personen mit unterschiedlichen Hintergründen: UX/UI-Designer, Entwickler, Product Manager und gegebenenfalls ein Stakeholder oder jemand mit direktem Nutzerkontakt. Um den grössten Wert aus einem Design Studio zu ziehen, arbeitet man am besten mit einer diversen Gruppe aus Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen, da so viele Perspektiven in die Ideen einfliessen. Der grösste Vorteil ist, dass es das Team zusammenbringt und ein gemeinsames Verständnis schafft.
Brauche ich Zeichentalent, um mitzumachen?
Nein. Skizzen im Design Studio dienen der Kommunikation von Ideen, nicht der künstlerischen Leistung. Alle zeichnen so viele Ideen wie möglich auf ein Blatt Papier. Es können UI-Skizzen, abstrakte Ideen oder sogar nur ein Satz sein - es spielt keine Rolle, da die Konzepte dem Team später erklärt werden. Rechtecke, Linien und Pfeile reichen völlig aus. Wer einen Button zeichnen kann, kann an einem Design Studio Workshop teilnehmen.
Wie lange dauert ein Design Studio Workshop?
Das hängt von der Komplexität der Fragestellung ab. Für ein klar eingegrenztes Problem reicht eine Stunde mit einer oder zwei Iterationsrunden. Komplexere Herausforderungen erfordern zwei bis vier Stunden mit drei Iterationsrunden. Wie viele Iterationen nötig sind, hängt von der Gruppengrösse, der Komplexität des Problems und der Heterogenität der vorgeschlagenen Lösungen ab. In der Praxis hat sich eine Struktur mit zwei bis drei vollständigen Zyklen (Sketch, Pitch, Critique) als guter Standard etabliert.
Wie unterscheidet sich ein Design Studio Workshop von einem Design Sprint?
Design Sprints sind ein präskriptiver Fünf-Tage-Ansatz zur Lösung eines Geschäftsproblems. Die Methode wurde bei Google Ventures entwickelt und im Buch „Sprint" kodifiziert. Ein Design Studio Workshop hingegen ist eine einzelne, flexible Methode, die je nach Bedarf in einer Stunde bis zu einem halben Tag durchgeführt werden kann. Der Design Sprint umfasst den gesamten Prozess von Problemdefinition bis Nutzertest mit Prototyp; das Design Studio fokussiert sich auf die Ideation-Phase mit skizzenbasierten Lösungsansätzen. Ein Design Studio kann auch Teil eines Design Sprints oder des regulären agilen Arbeitsalltags sein.




